 Im Finalspiel des 8. Ranglistenturniers des Thüringer Dartverbandes am 5. April 2025 kam es zu Unregelmäßigkeiten. Der Thüringer Dartverband (TDV) sah sich auf Grund der Schilderungen verschiedenster Personen während und nach dem Turnier veranlasst, der Frage nachzugehen, ob das Finalspiel manipuliert war.
In Folge der Befragungen gelangte er zu der Überzeugung, dass das Spiel absichtlich verloren wurde und der Sieger des Spiels die Offiziellen vor Ort von der beabsichtigten Manipulation nicht in Kenntnis setzte. Da dies weder in der Satzung noch in der Spiel- und Wettkampfordnung geregelt ist, wurde ein Einspruchsverfahren eingeleitet. Im Ergebnis des Einspruchsverfahrens, indem sich der TDV und insbesondere auch der Sieger des Finalspiels, intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben, wurde die Sperre gegen Paul-Merlin Pfeifer mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
Der Pokal und die Siegprämien werden zurückgegeben. Die Teilnehmer (außer die des Finalspiels) erhalten ihre Startgelder gutgeschrieben. Die Satzung des TDV regelt, dass ein Verstoß eines einzelnen Spielers gegen die Grundwerte des Verbandes zum (zeitweisen) Ausschluss der Person von Veranstaltungen des TDV führen kann. Von dieser Regelung hat der Verband Gebrauch gemacht und die „Sperre“, welche formal ein Ausschluss ausschließlich von den Wettkämpfen des TDV ist, ausgesprochen. Den Verstoß gegen die Grundsatzfragen sieht der TDV darin gegeben, dass das Finalspiel nicht manipulationsfrei war. In Bezug auf den Sieger der Begegnung ist der TDV der Auffassung, dass er die Vorkommnisse vor Ort den Offiziellen hätte melden müssen.
Aufgabe des TDV ist es, die Integrität des Sports zu schützen. Dazu gehört auch, für einen manipulationsfreien Sport einzutreten, wie es die Satzung des TDV in § 3 (9.) als einen der Grundsätze definiert. Dieses Eintreten erfordert nicht nur, das eigene Manipulieren von Spielen zu unterlassen, sondern auch, darauf hinzuwirken, dass manipulierte Spiele nicht stattfinden. Dazu erfordert es aktives Eintreten eines jeden Spielers, indem er z.B. Vorkommnisse, die Spielmanipulation begründen können, zukünftig meldet. Der TDV war von den Ereignissen um das Finale des 8. Ranglistenturniers überrascht worden und hat in der Rückschau verfrüht eine öffentliche Stellungnahme abgegeben, die dazu führte, dass die Sache noch vor Abschluss des Sanktionsverfahrens zum Teil unsachlich in Richtung des Siegers des Spiels öffentlich diskutiert wurde.
Das war nicht die Absicht des TDV, der bedauert, dass die Sache derartige Diskussionen nach sich gezogen hat. Vor Ausspruch der Sanktion kam es nicht zu einem direkten Austausch zwischen dem Sieger des Spiels und dem TDV. Dies wurde nun im Einspruchsverfahren nachgeholt. Dieser Fall hat gezeigt, dass Spieler und auch Offizielle teilweise nicht wissen, was es erfordert, für einen manipulationsfreien Sport einzutreten. Das liegt unter anderem daran, dass wir keine weiterführenden Verhaltensregeln und auch kein offizielles Meldeverfahren für solche Vorkommnisse definiert haben. Damit werden wir uns auseinanderzusetzen haben, um zukünftig derartige Vorkommnisse zu vermeiden.
17.08.2025 Der Vorstand |